WISSENSWERTES

zum Zweck und Umgang mit der #MaskeFürDich

ICH TRAGE MEINE #MASKEFÜRDICH, WEIL...

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… ich mit ihr bei richtiger Anwendung helfen kann, die "Corona-Pandemie" einzudämmen. Allerdings nur, wenn ich mich an die übrigen Hygiene- und Abstandsregeln halte.

Fragen zu Masken?

Wir haben für Euch einige Antworten zusammengestellt.

Masken tragen – Macht das Sinn?

Ja! Wir haben recherchiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das Tragen einer selbst gemachten Mund-Nasen-Maske ("Community-Masken") auch durch Menschen ohne Symptome (z.B. Fieber, trockener Husten) sinnvoll zur Eindämmung von COVID-19 in der Öffentlichkeit beitragen kann. Der Schutz funktioniert dabei in beide Richtungen: Dein Risiko zu erkranken kann möglicherweise etwas sinken  – vor allem aber reduzierst Du die Wahrscheinlichkeit, das Virus beispielsweise beim Sprechen auf Andere zu übertragen. Die Wahrscheinlichkeit für letzteres nimmt mit der steigenden Zahl Infizierter in der Bevölkerung aktuell deutlich zu und könnte auch Dich betreffen - auch dann, wenn Du Dich ganz gesund fühlst.

 

Tragen viele Menschen eine Maske in der Öffentlichkeit, bist auch Du besser geschützt.


Wichtig ist auch, dass durch die Nutzung selbst gemachter Mund-Nase-Masken die Ressourcen für medizinische Schutzmasken für Patient*innen und medizinisches Personal geschont werden. Gleichzeitig können wir durch eine langsamere Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung dazu beitragen, einer Überlastung des Gesundheitssystems vorzubeugen (#FlattenTheCurve)​

Doch wie kommen wir und immer mehr offizielle Institutionen wie das Robert Koch Institut zu der Einschätzung, dass das Tragen einer Alltagsmaske bei richtiger Anwendung tatsächlich sinnvoll ist? Ausführliche Informationen zum Masken-Diskurs findest du hier.

Wann und wie sollte ich eine Maske tragen?

Deine Maske solltest Du an allen Orten tragen, an denen Du auf andere Menschen triffst. Ganz egal ob Du im Supermarkt oder der Straßenbahn unterwegs bist, Deine selbst gemachte Maske sollte Dich am besten immer begleiten. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten. Besonders wichtig ist die Einhaltung der übrigen Hygieneregeln (v.a.: regelmäßig Hände waschen und 1,5 m zu anderen Personen Abstand halten). Da Du auch ohne Symptome infiziert und damit ansteckend sein kannst, ist es grundsätzlich am besten Dich so zu verhalten, als wärst Du infiziert. Um Dir den richtigen Umgang mit Deiner Alltagsmaske zu erleichtern, haben wir Dir einige wichtige Gebrauchshinweise zusammengestellt.

Wer sollte eine Maske tragen?

Der Fremdschutz durch die Community-Masken kann sich umso besser entfalten, desto mehr Menschen eine selbst gemachte Maske in der Öffentlichkeit tragen. Machen alle mit und beachten die Gebrauchshinweise, dann kann das den Verlauf der Pandemie zu unser aller Gunsten verändern.


Patienten mit Symptomen einer Infektion der oberen Atemwege (Husten, Fieber, Halskratzen etc.) oder einer gesicherten COVID-19 Diagnose sowie Menschen mit unmittelbarem Kontakt zu diesen, sollten dagegen medizinische Schutzausrüstung nutzen können. Diese ist aktuell aber sehr knapp, auch da wo sie wirklich gebraucht wird. Deshalb ist es so wichtig, dass alle anderen auf selbst gemachte Masken zurückgreifen. Damit das etwas leichter wird, haben wir die Tauschbörse geschaffen.

"… SO EIN EINFACHER MUND-NASEN-SCHUTZ, DER SCHÜTZT AUF JEDEN FALL ANDERE …"

Prof. Alexander Kekulé, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle (Saale)

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Kekulés Corona-Kompass im MDR, Folge 9, 26.03.2020

"… DAS [IST] EINE GUTE ÜBERLEGUNG UND NOCH BESSERE GESTE SOWAS ZU TRAGEN IN DER ÖFFENTLICHKEIT …"

Prof. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin

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NDR Coronavirus-Update, Folge 19, 23.03.2020

Maske – Ja oder nein?

Der Mundschutz-Diskurs

Die Diskussion über die Nutzung von Masken durch die allgemeine Bevölkerung wird weltweit kontrovers geführt. Grund hierfür ist, neben einem unzureichenden Maß an wissenschaftlicher Evidenz für die präventive Anwendung von Community-Masken, die Sorge über die Zuspitzung von Lieferengpässen sowie Preisanstiegen, welche die essentielle Versorgung medizinischer Einrichtungen einschränken könnten.

Da die Eindämmung der COVID-19 Pandemie maßgeblich in unseren Händen durch die Einhaltung empfohlener Schutzmaßnahmen liegt, besteht dringender Bedarf diesen Diskurs zu klären und sinnvolle Empfehlungen abzuleiten (Leung et al., 2020).

Unsere Empfehlung lautet:

Nutzt selbst gemacht Masken und beachtet die Gebrauchshinweise – dann schützt Ihr durch den Schutz Eurer Mitmenschen auch Euch selbst.

Schauen wir uns an weshalb.

 

Wissenschaftliche Evidenz

Ein im März 2020 veröffentlichtes systematisches Review offenbarte eine unzureichende Evidenzlage bezüglich der Nutzung von Mund-Nasen-Masken durch die allgemeine Öffentlichkeit und die dringende Empfehlung zur Durchführung entsprechender Studien (Marasinghe, 2020).


Angenommen, die Nutzung der selbstgemachten Masken reduziert das Infektionsrisiko der Allgemeinbevölkerung, dann müsste dieser Nutzen gegen den etwaigen Schaden durch falsche Anwendung abgewogen werden. Da sich letzteres durch entsprechende Aufklärung deutlich vermindern lässt, bleibt die Frage welcher Nutzen selbst genähte Mund-Nasen-Masken bieten.

Kann ein selbst genähte Community-Maske sinnvoll sein ?

Eine selbst genähte, doppellagige Mund-Nasen-Maske kann einen sichtbaren Anteil der durch einen Vernebler erzeugten Tröpfchen zurückhalten. Die Größe dieser Tröpfchen liegt laut Herstellerangaben im Mikrometerbereich.

 

Hinweis:

Unser Video zeigt kein kontrolliertes wissenschaftliches Experiment, sondern liefert nur einen visuellen Hinweis dafür, dass eine selbst genähte Mund-Nasen-Maske die beim Atmen und Sprechen erzeugten Tröpfchen möglicherweise teilweise zurückhalten, und damit das Risiko einer Tröpfcheninfektion etwas verringern kann.

Weitere Fragen

Reduzieren Mund-Nasen-Masken das Infektionsrisiko?

Das SARS (Severe Acute Respiratory Syndrom) - CoV-2 Virus kann durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Mit Viren beladene Tröpfchen können dabei beispielsweise beim Sprechen, Niesen oder Husten zu einer Infektion einer neuen Person führen.

Daher erscheint die Annahme sinnvoll, dass jede Form einer Barriere zwischen der eigenen Schleimhaut und den virushaltigen Tröpfchen zum Schutz beitragen kann. Doch wie effektiv sind (selbst gemachte) Mund-Nasen-Masken bei einer potentiellen Virusinfektion?

 

Die Studien zu dieser Frage sind bisher leider sehr begrenzt und teilweise als widersprüchlich einzuordnen (Offeddu et al. , 2017). Noch schwieriger wird es bezüglich des konkreten Schutzes vor COVID-19. Einige Erkenntnisse möchten wir dennoch gern mit Euch teilen, da wir glauben, dass sie für ein grundlegendes Verständnis und bei der korrekten Anwendung helfen können.

Beim Vergleich von selbst gemachten Masken mit medizinischen Schutzmasken bezüglich ihrer Durchlässigkeit von Partikeln einer Größe von 0,02 - 1 μm (die Corona-Viren selbst haben eine Größe von ca. 0,12 - 0,16 μm) schnitten die selbst gemachten Masken zwar insgesamt schlechter ab, hielten jedoch immerhin 50% der Partikel auf (Davies et al., 2013). Allerdings sind auch diese Daten nicht einfach auf alle selbst gemachten Masken zu übertragen, da die Durchlässigkeit sicher durch Parameter wie den verwendeten Stoff und die Nähtechnik beeinflusst wird. Diese Ergebnisse können jedoch eine Orientierung dafür bieten, den Nutzen dieser Masken etwas einzuordnen. 

Unsere Schlussfolgerung:

Selbst genähte Masken sind bei korrekter Anwendung und sofern sie nicht zu einem Gefühl "falschen Sicherheit" führen besser als keine Masken. Im medizinischen Umfeld sollten sie allerdings nur im Falle der Unverfügbarkeit effektiverer Schutzausrüstung angewendet werden. Alle weiteren Schutzmaßnahmen und Hygiene-Regeln bleiben unverändert wichtig.

Folgende Abbildung 1 adaptiert von smartairfilters.com

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Der größte Beitrag selbst gemachter Masken besteht in eine reduzierte Verteilung von Viruspartikeln durch alle Maskenträger*innen.
 

Oder ganz einfach:

Tragen alle eine Maske, sind alle besser geschützt.

Das ist insbesondere relevant, da der Verlauf von COVID-19 (das ist die Bezeichnung für die durch das SARS-CoV-2 Virus ausgelöste Erkrankung) sehr variabel sein kann. Tödliche Verläufe existieren ebenso wie völlig symptomfreie. Daraus ergibt sich das Problem, dass Menschen ohne Beschwerden nicht damit rechnen, andere anstecken zu können. Die Bedeutung dieser Gefahr wird verstärkt durch Daten die zeigen, dass die Viruslast in frühen Stadien sogar besonders hoch zu sein scheint (Bai et al., 2020), (Zou et al., 2020). Begegnet werden kann diesem Umstand durch die Einhaltung der allgemeinen Hygienestandards, durch Physical Distancing (Mindestabstand von 1,5 m bei jeder sozialen Interaktion), und zusätzlich auch durch das Tragen einer Community-Maske.

Für die Frage, ob Masken auch im eigenen Haushalt zur Reduktion der Infektionswahrscheinlichkeit beitragen können, gibt es zumindest Hinweise für einen schützenden Effekt (wenn sie auch wirklich getragen werden) (MacIntyre, 2009), (Larson et al., 2010). Wenngleich auch hier wieder gilt: Untersucht wurden spezifische Situationen, die Hinweise liefern, jedoch nicht einfach zu verallgemeinern sind.

 

Wichtig für den Nutzen einer Maske ist eine gute Passform und Abdichtung. Ein Grund dafür ist, dass je größer die Lücken zwischen Maske und Gesicht sind, desto einfacher Viruspartikel mit der Atmung durch die undichten Stellen eingesogen werden können. Eine gute Passform mag insbesondere bei Kindern schwieriger zu erfüllen sein und daher zur geringeren Effektivität aller Maskentypen bei Kindern beigetragen haben (van der Sande, 2009). Die gleiche Studie lieferte auch Hinweise dafür (s. Abbildung 2), dass es im Zweifel besser zu sein scheint, die Maske in der Öffentlichkeit durchgängig zu tragen, da zumindest nach 3 h Tragedauer keine reduzierte Wirkung festgestellt werden konnte.
Trotz dieser Beobachtung sollte die Mund-Nasen-Maske selbstverständlich nach jeder Benutzung den Pflegehinweisend entsprechend gereinigt werden.

Folgende Abbildung 2 ist adaptiert von smartairfilters.com

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Wird das Infektionsrisiko durch Masken erhöht?

Bedenken bezüglich der breiten Anwendung von Masken in der Bevölkerung erwachsen aus der Sorge von Fehlern bei der Nutzung. Als Gründe, die die Wahrscheinlichkeit, Viren zu streuen und sich selbst zu infizieren, erhöhen können, werden typischerweise genannt:

  • Berühren der möglicherweise mit Viren kontaminierten Außenseite der Maske

  • Unter die Maske oder ins Gesicht greifen, beispielsweise bei unzureichendem Tragekomfort

  • Ein falsches Sicherheitsgefühl, das zu einer Vernachlässigung der geltenden Hygieneregeln und des Social / Physical Distancing (Abstand halten) führen könnte

  • Ein falsches Sicherheitsgefühl bei reduzierter Wirkung durch schlecht sitzende Masken etwa bei Kindern oder starker Gesichtsbehaarung

 

Diesen Risiken kann durch entsprechende Aufklärung und Umsicht im Umgang mit Masken vorgebeugt werden. Daher haben wir Gebrauchshinweise für Euch zusammengestellt – hier klicken.

Kann das Tragen einer Maske den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen?

SARS-CoV-2 scheint sich im Unterschied zum SARS Virus von 2002/2003 zunächst im Rachen zu vermehren und erst im Verlauf in die unteren Atemwege abzusteigen und auch die Lunge zu besiedeln. Das hat womöglich positive Auswirkungen auf den Anteil der schweren Krankheitsverläufe von SARS-CoV-2, erhöht vermutlich jedoch auch seine Infektiosität.

Eine Hypothese, weshalb auch junge Menschen ohne Grunderkrankungen teilweise schwer betroffen sein können, ist laut eines Interviews von Prof. Drosten (Charité Berlin), dass diese eine große Virusmenge direkt in die Lunge inhaliert haben könnten, mit einem in der Folge fulminanteren Verlauf. Erweist sich diese Hypothese als wahr, könnte die Wahrscheinlichkeit dieser Verläufe durch das Tragen von Schutzmasken in der allgemeinen Bevölkerung durch eine Reduktion der Viruslast bei Infektion reduziert werden.

Die Sorge vor der Zuspitzung von Lieferengpässen und Preisanstiegen

Dieses Bedenken hat sich in den vergangenen Wochen bereits als wahr erwiesen und möglicherweise zu zurückhaltenden Empfehlungen u.a. der WHO zur Nutzung von Masken in der allgemeinen Bevölkerung beigetragen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Produktion von selbst gemachten Mund-Nasen-Masken die Lage eher entspannen als weiter zuspitzen würde.

ZUSAMMENFASSUNG

Insgesamt sprechen die Daten aus unserer Sicht eher für eine Anwendung selbst genähter Mund-Nase-Masken in der allgemeinen Bevölkerung.

Alle anderen Schutzmassnahmen (Händehygiene, Abstand bei sozialer Interaktion, etc.) dürfen nicht etwa vernachlässigt, sondern müssen weiterhin beachtet werden.

Eine Ausnahme von unserer Empfehlung ist sicher der Spaziergang allein in der Natur – hier lohnt es sich vermutlich einfach einmal tief Durchzuatmen ...

Die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) findet Ihr hier.

REGIONALE NETZWERKE

Schon längst geht es nicht mehr nur um den Schutz jeder einzelnen Person, sondern um den Schutz unseres Gesundheitssystems und der gesamten Grundversorgung. Mit jedem Tag nehmen die physischen und psychischen Belastungen für Ärzte und Ärztinnen, Schwestern und Pfleger, Rettungs- und Sicherheitskräfte, Personal in Supermärkten, Drogerien und Apotheken, Paket- und Essenslieferanten und vieler Anderer zu.

Jede und jeder Einzelne von uns kann mithelfen, diese Belastung zu verringern. Je weniger Menschen sich zur selben Zeit anstecken, desto weniger Menschen benötigen zur selben Zeit medizinische Hilfe. Masken können helfen, die Zahl der Ansteckungen zur selben Zeit zu verringern. Dadurch können erkrankte Personen besser oder überhaupt versorgt werden.


Die SARS-CoV-2 Pandemie stellt uns als Individuen, aber vor allem auch als Gesellschaft vor einer nie dagewesenen Herausforderung. Gleichzeitig wird sie jedoch auch zur Triebfeder für viele herausragende Initiativen, die auch über die Krise hinaus positiv auf unser Zusammenleben wirken können. Einer dieser Aspekte ist die Stärkung regionaler Netzwerke, welche das menschliche Zusammenleben über viele Jahrtausende geprägt haben.

 

Mit #MaskeFürDich wollen wir eine Plattform schaffen, die die Stärkung regionaler Netzwerke auch in der Zukunft erleichtern soll. Wir hoffen, dass das Tragen einer Maske "für Dich" zu einem Symbol für Zusammenhalt wird – dafür, dass wir auf unsere Gemeinschaft Acht geben.

Viele Menschen mit Maske